{"id":325,"date":"2025-10-27T11:56:37","date_gmt":"2025-10-27T10:56:37","guid":{"rendered":"https:\/\/heimatverein-elte.de\/?page_id=325"},"modified":"2025-10-30T12:44:05","modified_gmt":"2025-10-30T11:44:05","slug":"1945-1997","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heimatverein-elte.de\/?page_id=325","title":{"rendered":"1945 &#8211; 1997"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Philosophie-Dozenten zum hochgeehrten Professor und Publizisten<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lehr- und Vortragst\u00e4tigkeit<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 30%\"><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Pieper hat es verstanden, Akademiker und Nichtakademiker f\u00fcr die Philosophie zu begeistern. &#8222;Offenbar interessierte die Leute das, was ich erz\u00e4hlte. Ich habe immer versucht, keine Fachphilosophie zu betreiben, sondern aufzugreifen, was die Studenten bewegte&#8220;, erkl\u00e4rte er selbst einmal seine Anziehungskraft. Seine seit 1946 gehaltenen Vorlesungen geh\u00f6rten zu den Veranstaltungen mit dem gr\u00f6\u00dften H\u00f6rerandrang.<br>Aber: &#8222;Die Philosophen und Fachleute haben mich ignoriert, weil sie gesagt haben: \u201aDen kann man ja verstehen\u2018.&#8220; Professor Maier dr\u00fcckte dies positiv aus: &#8222;Das Deutsch dieses Philosophen qu\u00e4lt den Leser nicht.&#8220; Pieper habe die Wahrheit zum Sprechen gebracht. &#8222;Und er l\u00e4sst uns miterleben, wie die Weisheit der Alten \u2013 gerade wenn man sie nicht technisch und funktional gebraucht \u2013 uns an Einsicht und Erfahrung reicher macht.&#8220;<\/p>\n<\/div><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"245\" height=\"354\" src=\"https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/josef_pieper-4f8485b2.jpg\" alt=\"Portrait von Josef Pieper vor B\u00fcchern\" class=\"wp-image-181 size-full\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/josef_pieper-4f8485b2.jpg 245w, https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/josef_pieper-4f8485b2-208x300.jpg 208w\" sizes=\"auto, (max-width: 245px) 100vw, 245px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"580\" height=\"156\" src=\"https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/blick_auf_elte-495a9a8e.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-180\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/blick_auf_elte-495a9a8e.jpg 580w, https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/blick_auf_elte-495a9a8e-300x81.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anekdoten<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:auto 30%\"><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Nicht nur in den autobiographischen Aufzeichnungen, auch in den philosophischen Schriften finden seine Kinderjahre, Brauchtum und Lebensgewohnheiten des Dorfes Elte in kleinen Reflektionen ihren erg\u00e4nzenden Niederschlag. Seiner Herkunft aus Elte erinnert er sich und auch andere gerne. <br><br>Als bei der Verleihung des Staatspreises Nordrhein-Westfalen der Ministerpr\u00e4sident Johannes Rau verwundert fragte: \u201eElte, wo liegt das eigentlich?\u201c, habe er dem Rau das unmissverst\u00e4ndlich beigebracht. Der Ministerpr\u00e4sident wisse jetzt, wo Elte liege.<\/p>\n<\/div><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"341\" height=\"300\" src=\"https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/staatspreis-8a6ab098.jpg\" alt=\"Josef Pieper und NRW-Ministerpr\u00e4sident Johannes Rau\" class=\"wp-image-182 size-full\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/staatspreis-8a6ab098.jpg 341w, https:\/\/heimatverein-elte.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/staatspreis-8a6ab098-300x264.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bei der Verleihung des Staatspreises der Republik \u00d6sterreich sollte auch eine kleine Applikation an das Revers des Geehrten geheftet&nbsp; werden. Das Knopfloch war aber zugen\u00e4ht. F\u00fcr einen Philosophen, der seit seiner Kindheit in Elte den Wert des Taschenmessers einzusch\u00e4tzen wusste, war dies kein Problem. Er z\u00fcckte sein Taschenmesser und mit ministrieller Hilfe wurde das Problem ad-hoc gel\u00f6st.<br><br>W\u00e4hrend eines Interviews in der Fernsehsendung \u201eZeugen des Jahrhunderts\u201c, in der Professor Pieper vorgestellt wurde, fragte man ihn, was ihn heute noch besonders an das Dorf Elte erinnere. Pieper sagte: \u201eEs ist der Geruch des Dorfes. Gerade im Geruch des Dorfes sei der jahreszeitliche Wechsel intensiv festzustellen.<br><br>Heimat ist ihm kein ideologischer Begriff, sondern etwas Gewachsenes aus seinem Werdegang und dem intensiven Erleben des Menschen und der Landschaft. Er selber habe nur ein einziges Mal wirklich die Versuchung versp\u00fcrt, Deutschland zu verlassen. Das war im Jahre 1950 kurz nach Ausbruch des Korea Krieges. Im Sommer 1950 war er mit dem Fahrrad unterwegs, den Rhein hinauf. An einem sp\u00e4ten Samstagnachmittag habe er in Ingelheim auf einer Terrasse gesessen und den roten&nbsp; Wein getrunken, der dort w\u00e4chst. Und w\u00e4hrend er so ruhig dasa\u00df drang Glockengel\u00e4ut \u00fcber den Rhein her\u00fcber zu ihm. In diesem Augenblick habe er den Entschluss gefasst: dieses Land wirst du niemals verlassen! Noch am selben Abend habe er noch an eine amerikanische Universit\u00e4t geschrieben \u201eIch komme nicht!\u201c. Aber er habe mit keiner Silbe \u00fcber das Glockengel\u00e4ut reden k\u00f6nnen, obwohl es f\u00fcr ihn, wenn nur ein Symbol, doch ein entscheidendes Argument war. Er wusste ja, dass in Amerika Glockengel\u00e4ut weithin verboten ist.<br><br>Aber auch hier, in diesem Lande, hat es immer ein geheimes Motiv gegeben, von dem er nicht sprechen mochte oder konnte. \u201eEs war mir nicht m\u00f6glich, einen Garten zu verlassen, in dem ich selber B\u00e4ume gepflanzt habe, nicht nur Obstb\u00e4ume, sondern auch einen Ginkgo-Baum, \u00fcber dessen Blatt Goethe ein wunderbares Liebesgedicht gemacht hat.\u201c<br>&nbsp;<br>\u201eDer Baum ist \u00fcbrigens ein Symbol, dass mir immer lieb gewesen ist. Ich bin ja keineswegs immer am gleichen Ort geblieben. Wie der Baum, weil er seine Wurzeln tief in das Erdreich hinuntertreibt, gerade deswegen auch weit ausladend seine Krone entfalten kann, so haben auch mich die Reisen in andere L\u00e4nder und in andere Erdteile, &#8211; dessen bin ich sicher \u2013 nicht aus diesem Lande zu entwurzeln vermocht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ehrungen und Auszeichnungen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>1981 Romao Guardini Preis<\/li>\n\n\n\n<li>1982 Internationaler Balzan Preis<\/li>\n\n\n\n<li>1987 Ingersoll Prize f\u00fcr wissenschaftliche Prosa<\/li>\n\n\n\n<li>1987 Staatspreis des Landes NRW<\/li>\n\n\n\n<li>1990 Verleihung der goldenen Stadtmedaille<\/li>\n\n\n\n<li>1990 Verleihung \u00d6sterreichischer Staatspreis<\/li>\n\n\n\n<li>1994 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes<\/li>\n\n\n\n<li>1994 Ehrentafel Elte<\/li>\n\n\n\n<li>1994 Gl\u00fcckwunsch Papst Johannes Paul II.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Philosophie-Dozenten zum 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