Von Hexen und buntgeschmückten Bäumen


Aufstellen des Maibaumes

 

-kwa- Rheine-Elte. „Horch was kommt von draußen rein? – Holla Hi, Holla Ho!“ schallte es durch die Wallpurgisnacht als etwas 50 begeisterte Heimatvereinsmitglieder vor dem Dorf-Heimathaus in Elte den Mai willkommen hießen.

Nicht nur auf dem Blocksberg im Harz, sondern auch im Dorf Elte gab es in der Nacht zum 1. Mai wieder ein buntes Treiben. Mit vereinten Kräften stellten die Männer des Dorfes einen mit bunten Schleifen geschmückten Maibaum auf. Diese „Anstrengung“ unterbrachen sie ab und an nur kurz für ein ermunterndes Tröpfchen aus der Flasche des Elter Kiepenkerls, Heinz Hesping. In Elte ist der Maibaum ein Zeichen der dörflichen Gemeinschaft und das zelebriert man mit einem ausgiebigen Maisingen, bei dem auch für das leibliche Wohl gesorgt ist – das ist in Elte schon Tradition.

Nach Auskunft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) liegen einzelne Belege für Maibäume bereits aus dem 17. Jahrhundert vor. Nachweislich wurde im Jahr 1623 in Horstmar ein Maibaum aufgestellt, bei dem die Stadtmusikanten zum Tanze spielten und Bürgerkinder und Studenten Ringelreihen tanzten. Die Tatsche, dass die Nationalsozialisten die Maibäume und Maifeierlichkeiten für sich vereinnahmten, trug nach 1945 nicht unwesentlich dazu bei, dass der Brauch in der Versenkung verschwand. In den 1970er und 1980er Jahren stieg das Interesse für diesen Brauch wieder an.

Heute ist man in Elte stolz, mit dem Maibaumaufstellen vor dem Dorf-Heimathaus und der Veranstaltung eines Festes, die lokale Identität zu stärken.

Text und Bild: Klaus Wamelink
- mit vereinten Kräften wird der Maibaum aufgestellt
- etwa 50 Heimatfreunde sangen aus voller Brust
30.04.2012

50 Sänger - Maibaumaufstellen